Kurz gesagt: Ja. Aber das wäre dann als Antwort vielleicht doch zu einfach. Es bewegt sich viel in der Medienwelt und es kommt ständig zu neuen Verschiebungen. Auswirkungen auf Blogs lassen sich nicht vermeiden.
Als ich mit dem Bloggen anfing, war das Internet noch quasi in den Kinderschuhen. Die Verkommerzialisierung gerade mal ein paar Jahre alt. Die Onlinezeitungen kamen noch ohne Werbung aus, die Ladezeiten waren auch mit den damaligen Computern annehmbar schnell.
Auch das eigene Blog unterlag keinen aufwändigen Designs.
Was wirklich schön war: Es gab herzlich wenig Ablenkung auf den diversen Websites. Mal abgesehen von den animierten Baustellen-Grafiken und hin und wieder zum Einsatz kommenden Marquees. Aber sei’s drum.
Mit der Zeit wurde das Rauschen immer größer. Neue Plattformen wurden herausgestampft. Hauptziel: Unsere Aufmerksamkeit gewinnen und Werbung ausstrahlen.
Alles wurde aufgeregter und kurzlebiger.
Auf meinen Blogs habe ich manche Entwicklungen (in kleinem Rahmen) mitgemacht. Titel waren für Aufmerksamkeit formuliert und ich spielte ebenfalls Werbung aus, um einen kleinen Happen vom großen Kuchen zu bekommen.
Trotz alledem war mir Substanz auf meinen Blogs immer wichtig und ich kehrte auch immer wieder zu meinen Wurzeln zurück. Wenig Ablenkung, (hoffentlich) hilfreiche Inhalte und eine konstante Anlaufstelle zu gewissen Themen.
Natürlich hat gerade Social Media dazu beigetragen, dass Blogs bei weitem nicht mehr den Zuspruch erhalten, wie das einmal der Fall war. Ehemals wirklich große Blogs sind in der Versenkung verschwunden, viele kleine Blogs liefern nur mehr einen HTTP Statuscode 404 oder es bleiben neue Beiträge aus.
Der Schwenk hin zur künstlichen Intelligenz (bzw. das, was uns als das verkauft wird) und dessen Integration in Websuchen, wird nochmals für einen weiteren Abbau der Besucherzahlen führen.
Umso erfreulicher sind daher die zahlreichen Community-Projekte. Sie tragen sehr intensiv zur Vernetzung bei und schaffen so eine starke, unübersehbare Verbindung, in die man auch ohne Suchmaschine eintauchen kann. Gerade in diesen einzelnen Projekten sehe ich viel Potential und hoffe, dass sich alle weiterentwickeln und regen Zulauf finden. Denn von großen Konzernen kommt schon lange nichts mehr, das abseits ihrer eigenen Interessen etwas bietet.
Ich für meinen Teil blogge aktuell mehr, als ich es in den letzten Jahren getan habe und es macht mir noch immer sehr viel Spaß. Vermutlich wird es wohl so lange neue Inhalte geben, bis ich nicht mehr kann. Oder nicht mehr bin.
In diesem Sinne: Auch wenn sich die Medienlandschaft noch so rasant ändert, Blogs wird es in der einen oder anderen Form immer geben. Da bin ich mir sicher.
Dieser Beitrag ist Teil der BlogWochen 2025. Sie werden von Robert, Benedikt und Dirk veranstaltet. Es dreht sich alles rund ums Bloggen. Hier gibt es alle Infos.


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