Bis ans absolute Limit

Einer meiner Freunde sucht sich aktuell sportliche Aktivitäten, um sein absolutes psychisches und physisches Limit herauszufinden. Ein längeres Gespräch dazu hat mich bewogen, das Thema weiter zu reflektieren.

Ist es gut, sein absolutes persönliches Limit zu kennen?

Vermutlich ja. Bis wohin kann ich gehen, wann ist wirklich Schluss und wie fühlt es sich davor an?

Ist es notwendig?

Vermutlich nicht. Wenn man sich aber den Verlauf der heutigen Zeit so ansieht, könnte man das Gefühl bekommen, dass es vielleicht noch wichtig werden könnte.

Aber du musst doch dein Potential kennen!

Ich laufe zweimal die Woche, ich mache zzweimal die Woche Krafttraining, im Winter rudere ich, ich fahre mit dem Rad. Alles in allem bin ich fitter denn je. Aber meine gesamtes Potential kenne ich nicht, ganz zu schweigen von meinen Limits.

Ich steigere mein Pensum kontinuierlich, natürlich. Allerdings in einem Maß, bei dem ich abschätzen kann, dass ich es auch schaffe.

Erreiche ich damit Höchstleistungen? Nein. Wäre mehr möglich? Ganz sicher.

Tatsächlich bin ich aber froh, es vor Jahren geschafft zu haben, regelmäßig Sport zu machen. Mit meinem jetzigen Pensum habe ich immer wieder mal mit Blessuren zu kämpfen. Würde ich den Sport noch exzessiver betreiben, führe das unweigerlich zu mehr Verletzungen. Meine Sorge dabei ist, aus der Regelmäßigkeit zu fliegen und ein Problem mit dem inneren Schweinehund zu bekommen.

Wie seht ihr das Thema? Kennt ihr eure Limits? Ist es überhaupt interessant für euch, sie zu kennen, oder habt ihr ähnliche Gedanken?

Fediverse-Reaktionen

Kommentare

6 Kommentare zu „Bis ans absolute Limit“

  1. Avatar von Michael

    @hello meine psychischen und physischen Grenzen kenn ich ziemlich gut, weil die in den letzten Jahren immer niedriger wurden. Aber durch mentales und sportliches Training häng ich die Messlatte immer ein Stückchen höher. Irgendwann wird das aber auch zu Ende sein.

    Ich denke dazu, die grenzen auszuloten kann sinnvoll sein, wenn es denn notwendig ist. Wenn da kein bedarf besteht muss das Mensch auch nicht machen. Besonders nicht aus irgendwelchen self opt. Gründen. Das findet nur der chef super

    1. Avatar von Norbert

      Immer ein Stückchen höher/weiter ist gut. Das stelle ich gar nicht in Frage. Eher, dieses das persönliche, harte Limit erreichen zu wollen, ab dem überhaupt nichts mehr geht und Körper/Geist w/o gibt.

  2. Avatar von Thomas

    Ich kann den Reiz verstehen – mich gerade selbst an der eigenen Grenzverschiebung versucht: https://gigold.me/blog/nach-schweden-mit-dem-fahrrad

    Meine Grenzen mental kenne ich sehr gut – mit drei Kids und streßigem Job ist das durchaus notwendig. Körperlich indes bin ich immer wieder fasziniert, wie man die eigenen Grenzen mit der Zeit verschieben kann.

    1. Avatar von Norbert

      Deinen Beitrag habe ich gelesen, tolle Leistung. Ich bin da bei dir: man kann die eigenen Grenzen ziemlich stark verschieben. Ich bin mir nur nicht sicher, ob man das bis zur körperlichen/psychischen Kapitulation durchziehen muss.

  3. Avatar von Sari

    Also was ich immer merke ist, dass wenn ich am wenigsten Lust drauf habe ich es erst recht machen sollte. Meist tut einem das mental wirklich gut. Und dass man immer zwei drei Schritte mehr gehen sollte, wenn man merkt, dass man nicht mehr kann. So steigern wir uns. Aber ob ich mich an meine Grenzen bringen muss? Ich weiß es nicht. Sicherlich ist das Gefühl danach unglaublich, aber entsteht so dann nicht irgendwie auch die Sucht nach eben diesem Gefühl?
    Ein wirklich spannendes Thema?

    1. Avatar von Norbert

      Die kontinuierliche Verbesserung ist super wichtig, wie ich finde. Ich bezog mich vielmehr an Herausforderungen, die zu einer körperlichen/geistigen Kapitulation führen, nur um die harte Grenze kennenzulernen.

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