Keine gedruckten Bücher mehr: Zurück beim E-Book-Reader

Meine Reise durch die Bücherwelt ist eine lange. Immer wieder kamen E-Book-Reader ins Haus und wurden dann doch wieder gegen Bücher getauscht. Nun habe ich aber eine finale Entscheidung getroffen. Der Umwelt zuliebe.

Ich liebe Bücher. Ich liebe auch den Geruch, die Haptik, aber Bücher sind schädlicher für die Umwelt, als E-Books. Selbst, wenn man die E-Book-Reader miteinrechnet. Gedruckte Bücher sind um das 15fache schädlicher, als in digitaler Form. Und das nur, wenn sie mindestens einmal an andere weitergegeben werden.

Der aktuellste E-Book-Reader ist ein Amazon Kindle aus 2013. Das Gerät funktioniert noch, wird jedoch vom Nachwuchs in Beschlag genommen. Dieser saugt sich gerade meine komplette Bibliothek aus Fantasy und Science Fiction hinein. Aber da ist dann auch irgendwann wieder Schluss, denn Amazon findet keinen Platz mehr in meinem Haushalt. Soviel hat der Nachwuchs auch schon verstanden.

Nun habe ich mir schlussendlich ein neues Gerät gegönnt, ein Pocketbook Era. Mit Sicherheit gibt es bessere Geräte, aber viele Funktionen benötige ich nicht und das, was ich wirklich will, wird unterstützt:

  • Der lokale Buchhändler ist angebunden und ich bekomme Bücher direkt aufs Geräte
  • Per USB und Calibre kann ich Bücher direkt aufs Gerät laden und benötige somit keinen „Cloud-Zugriff“.
  • Die Reaktionszeit ist gut, flüssiges Blättern ist gewährleistet
  • Backlight, damit auch am Abend ohne zusätzliche Lichtquelle gelesen werden kann
  • Anbindung an Onleihe, damit ich auch Bücher aus der lokalen Bücherei entlehnen kann

Ich brauche weder Farbe, noch Stift. Wasserfest ist das Gerät auch, wobei selbst das für mich schon nicht notwendig ist.

Die obere Hälfte des Pocketbook Era mit dem geöffneten Buch "Projekt Eureka".

Mit Calibre und USB kann ich direkt auf das Gerät zugreifen und meine Bücher verwalten. Die Pocketbook Cloud ist somit nicht notwendig und ich total unabhängig unterwegs.

Nun werden noch die letzten gedruckten Bücher fertig gelesen, der Rest erfolgt in Zukunft digital. Der Vorteil daran: Ich kann die Schriftgröße und den Kontrast anpassen – super Features im Alter.

Kommentare

19 Antworten zu „Keine gedruckten Bücher mehr: Zurück beim E-Book-Reader“

  1. Avatar von Tommi

    Ich lese schon lange keine Papierbücher mehr. Der Grund ist einfach und banal: In einem echten Buch kann ich die Schriftgröße nicht anpassen. Und dann ohne Brille am Abend im Bett noch was lesen? Keine Chance, das ist unglaublich anstrengend geworden. Deswegen liebe ich E-Books.

    1. Avatar von Norbert

      Mhm. Deswegen las ich zunehmend abends nicht mehr, zuwenig Kontrast. Hätte ich nur mit einer Flutlichtanlage lösen können. Und das hätte wohl Diskussionen mit der Herzdame heraufbeschworen 🙂 Lange Rede, kurzer Sinn: kann das absolut nachvollziehen.

      1. Avatar von Tommi

        Das Thema Licht, viel Licht, war hier eines, aber nur kurz. Meine Herzdame hat gewonnen, recht eindeutig. 🙂

        1. Avatar von Norbert

          Oh ja, das kenne ich. Zu viel Licht bin ich erst gar nicht gekommen 🙂

  2. Avatar von Holger

    Bei aller Liebe, viele Bücher gibt es nicht mal im Ansatz als Ebook, Schriftgröße hin oder her, die von Heise angeführte schlechte Ökobilanz würde ich nicht so akzeptieren wollen, schließlich wandern Bücher ja durch viele Hände (über Generationen), werden u.u. verschenkt usw, wie macht man das mit EBooks? Zudem kann ich heute noch Bücher lesen, die ich vor Jahrzehnten gelesen habe, nennt mir mal die Lebensdauer eurer ältesten Datei, geschweige denn eines EBooks.

    1. Avatar von Norbert

      Ich verwende eBooks schon seit 20 Jahren. LIT gab es ja schon in den 90er.

      Sehe darin kein Problem.

      Wenn ich ins Bücherregal sehe, finde ich keine 5 Bücher, die über Generationen weitergegeben wurden. Älteste Datei: 1988.

      Die Ökobilanz ist ein Faktum, das sich nicht ändert, selbst, wenn man es nicht akzeptiert. 🤷‍♂️ Es ist ja jedem selbst überlassen, was mit dieser Information passiert.

      Sollte es ein Buch nicht als eBook geben, kann man es ja noch immer in gedruckter Form kaufen. Das eine schließt das andere ja nicht aus.

      1. Avatar von Holger

        Danke für deine Antwort. Bei mir finden sich viele Bücher, die über Generationen weitergegeben wurden, ich habe sogar von Kollegen aus Haushaltsauflösungen Bücher übernommen, damit sie nicht ins Altpapier wandern.
        Ich kann keines der EBooks, das ich mir auf einen Reader im Jahre 2015 runtergeladen habe mehr lesen, das macht mich wahrscheinlich voreingenommen.

        1. Avatar von Norbert

          So zu Büchern zu kommen, ist natürlich super, keine Frage. Wir tauschen ja auch mit Freunden und Familie Bücher. Es gibt aber auch viel Neues, das ich mir kaufe, oder über die Bibliothek hole.

          Bei den eBook muss man darauf achten, über welches System mam sie bezieht. Bei Amazon gehört einem nichts. Diese Bücher sind weg, wenn mam das System verlässt. Es gibt aber auch Anbieter, wo man die Bücher downloaden und in einem offenen Reader lesen kann.

          1. Avatar von holger

            Ich hatte auf diesem Gerät auch nur Bücher, die ich vom Projekt Gutenberg (dem original englischsprachigen) heruntergeladen und konvertiert hatte. Das waren am Ende knapp 400 Stück, alle kostenfrei (da Public Domain). Aber irgendwann lud der Akku nicht mehr auf bzw. ließ sich mit keinem Kabel mehr irgendwie Akku aufladen, na ja. Vielleicht bin ich in der Hinsicht auch etwas emotional, weil es mich an die Digitalisierung des Bahnjahrestickets erinnert. Da wurde auch gesagt, dass diese 1 Seite Papier pro Jahr doch umweltschädlich sei und man deshalb alles in der App machen solle. Seither muss ich täglich mein Handy aufladen, mitschleppen, wo es früher auch mal gut und gerne zu Hause liegen bleiben konnte. Bei dem Problem bin ich mir ehrlich nicht sicher, was da umweltfreundlicher ist.
            Und zudem: wir sprechen über Bücher, also Gedrucktes, was auch wirklich gelesen wird. Dass es in der Bilanz schlechter ist, ok, akzeptiere ich, aber niemand spricht darüber wie viele Anzeigenblätter und Prospekte immer noch herumflattern, die niemand liest. Die also per se sinnlos sind. Das ganze Haus hat Werbung nein Danke Aufkleber – der Effekt: der Lieferjunge wirft die Zeitungen jeden Sonntag jetzt vor den Hauseingang… Über diese Mengen absolut sinnlosen CO2-Ausstoßes zu diskutieren wäre meines Erachtens eventuell wichtiger.

          2. Avatar von Norbert

            Das sind zwei Paar Schuhe: Hier ändere ich, was in meinem Einflussbereich ist.

            Was die Werbemittel betrifft, lässt sich das nur politisch regeln. Also Parteien wählen, die auch solche Themen am Schirm haben.

  3. Avatar von Oliver

    „Der lokale Buchhändler ist angebunden und ich bekomme Bücher direkt aufs Geräte“

    Kannst du bitte näher auf den Punkt eingehen. Wie funktioniert das?

    1. Avatar von Norbert

      Muss ich genauer recherchieren. Hab das PocketBook eben bei diesem Buchladen gekauft und der kam schon fertig mit eingerichtetem Store. Ich kann jetzt nicht sagen, wie das bei anderen ist, oder wenn das Gerät außerhalb eines Buchladens gekauft wird.

  4. Avatar von Christiane

    Aktuell bin ich Team Bibliothek xD

    1. Avatar von Norbert

      Bibliothek ist natürlich auch super 👍

  5. Avatar von Matthias
    Matthias

    Moin Norbert,
    ich bin auch auf der Suche nach einem neuen E-Book-Reader und bin nach einiger Recherche ebenfalls bei PocketBook hängen geblieben. Hast du dir das Einsteigermodell Verse Lite auch mal angeschaut? Wenn ja, was waren deine Gründe, dich für den Era zu entscheiden?

    Viele Grüße
    Matthias

    1. Avatar von Norbert

      Moin Matthias,

      dähab ich mir kurz angesehen, aber die Entscheidung war einfach: der Era hat eine höhere Auflösung und ein größeres Display. Und da ich nicht mehr die scharfen Augen eines 20jährigen habe … also einfache Entscheidung 🙂

      1. Avatar von Matthias
        Matthias

        …ok, das Argument zieht bei mir natürlich auch! Danke dir!

        Gruß Matthias

        1. Avatar von Norbert

          Gewisse Dinge werden leider nicht besser 🙂 Viele Grüße, Norbert

  6. […] lese wieder mehr und das ist nicht nur dem neuen E-Book geschuldet, sondern, dass ich somit abends auch wieder etwas sehe. Mehr als 500 Seiten waren es […]

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