Bei Michael habe ich über ein (mittlerweile) klassisches Problem gelesen: Menschen erfahren, welche Möglichkeiten RSS-Feed bieten und sind dann so überfordert bei der Verwaltung derselben, dass sie frustriert aufgeben und RSS selbst als Problem identifizieren. Das stellt aber nur eine Problemverschiebung dar, das eigentliche Problem kann recht einfach gelöst werden. Deshalb möchte ich ein paar Worte darüber verlieren, wie ich seit über 20 Jahren erfolgreich mit RSS-Feeds arbeite.
Tooling
Gleich zu Beginn möchte ich festhalten: Das Tooling sollte deinen persönlichen Ansprüchen entsprechen. Es gibt viele Möglichkeiten. Von der Smartphone-App bis zu einer (selbst)gehosteten Lösung ist alles verfügbar.
Da meine diesbezüglichen Ansprüche vermutlich nicht die deinen betreffen, gebe ich hierzu keine Tipps, ist aber für das eigentliche Thema ohnehin irrelevant.
Du bist der Algorithmus
Ich könnte mich in den Zeiten vor 10, 15 Jahren nie daran erinnern, einmal darüber diskutiert zu haben, dass die Verwaltung der Feeds zu aufwändig sei. Es war einfach normal. Man hat seinen eigenen Feed kuratiert. Man war selbst der Algorithmus.
Social Media wirft hier seinen langen Schatten. Die ausgeklügelten Algorithmen führen zu einer Bequemlichkeit. Sich berieseln zu lassen, ist bequemer, als sich Gedanken über seinen eigenen Feed zu machen, sich selbst Informationsquellen zu suchen und diese für gut oder schlecht zu befinden.
Doch gerade diese persönliche Freiheit ist, was RSS-Feeds ausmacht. Und da zu muss der Aufwand gar nicht hoch sein.
Wie ich meine RSS-Feeds verwalte – schnell abonnieren, schnell entfernen
Mein „Prozess“ ist sehr einfach gehalten und handhabe ich, seit ich RSS-Feeds benutze:
- Interessante Quellen werden schnell als RSS-Feed in meinen Reedreader aufgenommen
- Ich verwende eine Handvoll Kategorien (Fotografie, Softwareentwicklung, Sport, IT, Wandern, Reisen und Homegrown für die Überwachung eigener Feeds).
- Je nach Lust und Laune scrolle ich über die Liste aller Feed-Einträge oder konzentriere mich nur auf eine bestimmte Kategorie
- Dabei entscheide ich nach Überschrift, oder lese ein paar Zeilen. Wenn ich darauf anspringe, gehe ich auf die Seite und lese den Eintrag dort
- Scrolle ich immer wieder über dieselbe Quelle drüber, ohne zu lesen, oder empfinde diese Quelle zunehmend als uninteressant, wird der Feed aus meinem Feedreader entfernt
- Lese ich bestimmte Feeds überhaupt nicht – was sich durch eine sehr hohe Anzahl an ungelesenen Beiträgen zeigt – entferne ich ihn ebenfalls.
Damit behalte ich eine doch überschaubare Liste an RSS-Feeds. Rund ein Drittel aller Feeds müssen schon entfernt werden, weil es die eigentliche Website irgendwann nicht mehr gibt.
Auf keinen Fall sehe ich das Lesen der Feeds als einen Zwang an. Vielmehr als Bereicherungen von Quellen, die für mich interessant sind und die mich bereichern.
No-Go Feeds/Beiträge
Immer wieder kommt es vor, dass ich Blogs abonniere, weil mir in kurzem Abstand der eine oder andere Beitrag untergekommen ist und gefallen hat. Durch mein Konzept des „schnellen Abonnierens“ landen diese häufig in meinem Feedreader. Beim Abrufen der Feeds fällt mir dann erst auf, wie viele Beiträge benannt werden. Geben diese keinen Hinweis auf den Inhalt, fliegen diese Feeds auch genauso schnell wieder hinaus. Das betrifft Feeds, die
- nur Datum
- eine fortlaufende Nummer
beinhalten. Damit kann ich nicht bewerten, ob mich ein Inhalt interessiert, oder eben nicht.
Ich kann also Inhalte und Beitragsteaser empfehlen, die auf den Inhalt eingehen.
Wie gehst du mit RSS-Feeds um? Hast du auch einen klaren Prozess mit klaren Regeln oder einen gänzlich anderen Ansatz?


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