Wandern & Rinder

Eine Kuh blickt direkt in die Kamera

Leider kommt es immer wieder zu Unfällen beim Wandern mit Rindern. Der aktuellste Fall fand vor ein paar Tagen in Osttirol statt (Quelle: Der Standard). Alle diese Unfälle sind sehr tragisch und können nicht immer vermieden werden.

Ich wandere sehr viel und auch ich habe so meine Erfahrungen mit Rindern gemacht, aber auch viele Menschen im Umgang mit Rindern beobachtet. Deshalb möchte ich ein paar wichtige Verhaltensregeln anführen, die die Wahrscheinlichkeit eines Unfalles stark reduzieren.

Abstand

Halte Abstand. Grundsätzlich.

Auch, wenn eine Herde gemütlich grast und überhaupt keinen aggressiven Eindruck macht, halte zu den Tieren Abstand. Ganz besonders gilt dies, wenn sich Jungtiere in der Herde befinden. Kühe schützen Kälber sehr aggressiv und das mit einem stolzen Kampfgewicht.

Die Kühe des Simmentaler Fleckviehs bringen es auf stolze 600 bis 800kg. Beim Braunvieh bringen es die Kühe auf ca. 550 bis 750kg. Die Stiere bringen über eine Tonne auf die Waage.

Zudem sind die Tiere bis zu 40 km/h schnell. Usain Bolt lief bei seinem Weltrekord über 100m ca. 37,6 km/h. Es ist also davon auszugehen, dass Durchschnittswander:innen langsamer sind.

Ruhig verhalten

Muss man im Zuge des Wanderweges eine Weide queren und hat keine Möglichkeit, eine Herde zu umgehen, dann unbedingt ruhig verhalten. Es ist wichtig, dass sich die Tiere nicht schrecken und dass man nicht mehr als notwendig auf sich aufmerksam macht.

Rinder sind durchaus neugierige Tiere und können daher von sich aus näher kommen. Auch in diesem Fall ruhig bleiben und die Weide zügig verlassen.

Wer von Rindern umzingelt wird, sollte sich bestenfalls überhaupt nicht bewegen.

Hunde

Rinder sehen Hunde als Gefahr und reagieren entsprechend. Daher empfehle ich generell Hundebesitzer:innen, Wanderungen durch Weidegebiet mit Hund zu unterlassen.

Wer dennoch mit dem Hund wandern geht, führt diesen immer an der Leine. Rinderherden müssen mit Hund unbedingt umgangen werden. Wenn dies nicht möglich ist, dann bitte umdrehen und nicht egoistisch mitten durch die Rinderherde. Die Frage ist in diesem Fall nicht ob die Rinder reagieren, sondern wie aggressiv.

Bei einem Angriff der Rinder ist die Leine des Hundes unbedingt los zulassen und der Rückzug anzutreten.

Negativbeispiele

Auf meinen Wanderungen habe ich schon sehr viele Menschen beim Umgang mit Rindern beobachtet und viele Verhalten sind – mit Verlaub – sehr dämlich und durchaus von einem gewissen (ungesunden) Egoismus geprägt.

Kind auf Kuh

Vor Jahren habe ich eine Mutter beobachtet, die mit ihrem Kind (4, 5 Jahre) mitten in eine Herde Kühe ging, das Kind auf eine Kuh setzte und zu einem Foto ansetzte. Das fand direkt neben einer Almhütte statt und der Hüttenwirt hat es gesehen und der Frau zu Recht verbal eine mitgegeben.

Stur auf Wanderweg bleiben

Zwei (offensichtliche) Pensionisten betreten eine Weide. Kühe grasen direkt auf dem Wanderweg und blockieren diesen somit. Beide Wanderer bleiben stur auf dem Wanderweg (eine Umgehung wäre problemlos möglich gewesen) und drängen sich durch die Herde und verscheuchen sogar noch die Tiere tlw. unter Einsatz ihrer Stöcke.

Freilaufender Hund

Sehr viele Hundebesitzer:innen lassen Hunde beim Wandern frei laufen. Sowohl im Wald, als auch auf der Weide. Schon mehrfach habe ich beobachtet, wie Hunde im Wald dann plötzlich auf Kühe stießen, was in der Regel zu einer unnötigen Aufregung führte. Blöd, wenn der Hund die Kühe dann in Richtung Besitzer:innen zieht.

Fazit

Rinder sind nicht die kuscheligen, süßen Tiere, für die sie manche halten. Sie können durchaus aggressiv reagieren und durch ihr Gewicht und ihre Geschwindigkeit, dem Menschen weit überlegen. Wenn etwas passiert, dann meist mit schlimmen Folgen. Bleibt in sicherer Entfernung, wenn immer es möglich ist.

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