Warum ich beim Sport auf Kopfhörer verzichte

Eine Illustration der Sportarten Laufen, Radfahren und Wandern

Gefühlt bin ich eine der ganz wenigen Personen, die beim Sport (konkret Laufen bzw. Radfahren) keine Kopfhörer verwenden. Gelegentlich werde ich auch danach gefragt. Da ich vor einigen Tag meine Gründe auch dem Nachwuchs erklärt hatte, dachte ich, es passe hier ganz gut.

Die Gründe sind recht einfach erklärt.

Umgebungslärm

Ich bekomme meine Umgebung gerne mit. Gerade beim Laufen und Radfahren ist man oft nicht alleine. Immer wieder bin ich auf einer Straße (wenngleich sie auch wenig befahren ist) oder einem Radweg (teilweise auch einem gemischten Geh-/Radweg). Es hilft einfach ungemein, wenn man alle anderen mitbekommt.

Immer wieder sehe ich sich erschreckende Personen. Sie hören Radfahrende und Laufende einfach nicht und erschrecken, wenn sie ins Blickfeld gelangen. Recht unangenehm stelle ich mir auch Noice Cancelling in diesen Situationen vor.

Beschäftigung mit mir selbst

Zwischendurch hatte ich eine Phase, in der ich Podcasts während des Laufens gehört habe.

Ich bin aber zum Schluss gekommen, dass ich ohnehin meinen Gedanken nachgehe und dazu neige, über anstehende Themen nachzudenken. Schade um den Podcast, denn ich müsste ihn noch einmal hören und die Zeit nehme ich mir dann in der Regel nicht.

Die Bewegung tut gut und regt das Gehirn an. Nicht selten sehe ich bestimmte Aufgabenstellungen nach dem Lauf wesentlich klarer als davor.

Das spricht ebenfalls gegen eine Verwendung von Kopfhörern.

Reize reduzieren

Durch meinen Job verbringe ich einen Großteil meiner Arbeitszeit vor dem Computer. Ich manage Mitarbeiter, Projekte und damit einhergehend auch einige Probleme. Ich muss erreichbar sein, manchmal schnell reagieren. Ergo gibt es eine Menge Notifikationen, die aufpoppen können und es auch tun.

Dazu kommen Anrufe, Nachrichten, Benachrichtigungen von Familie, Freunden und natürlich auch Social Media. Der Großteil davon nach der Arbeit, aber das verlängert auch nur die Zeit, in der man externen Reizen ausgesetzt ist.

Sport steht für mich also auch für einen reizreduzierten Zeitraum. Den möchte ich mir nicht zusätzlich wieder mit Reizen vollstopfen.

Natur genießen

Aktuell forciere ich Trail-Running. Das treibt mich immer öfter von meinen alten Laufstrecken tiefer in die Natur. Auch wandere ich, wann immer es möglich ist. Dabei steht die Natur absolut im Vordergrund. Ich möchte sie nicht nur sehen und spüren, sondern auch hören.

Vogelgezwitschere, Wind, das Knarzen von Bäumen. Ich liebe es, es entspannt mich und es zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Und: Lachen ist gesund. Mit Stöpseln im Ohr gäbe es das alles nicht.

Verwende ich Kopfhörer beim Sport?

Ja!

Hin und wieder nehme ich an Laufveranstaltungen teil. Dabei möchte ich mich bewusst von anderen abschotten und mich auf mich selbst konzentrieren. Das geht mit Kopfhörern einfach am besten. Ordentlich Mukke rein, idealerweise mit einem Beat, der zur Schrittfrequenz passt und los geht’s!

Das Gym ist auch ein Ort, der maximal ablenkt. Die Hintergrundbeschallung ist für meine Konzentration notwendig. Dabei funktioniert aber nur Musik, einen Podcast zu hören, empfinde ich dabei als sehr störend.

Zusammenfassend …

… kann ich also sagen, dass ich zu 99% keine Kopfhörer, egal welcher Form, beim Sport verwende. Das ist eine ganz bewusste Entscheidung und wird auch weiterhin so bleiben.

Kommentare

20 Antworten zu „Warum ich beim Sport auf Kopfhörer verzichte“

  1. Avatar von Hendrik

    Ja, stimmt schon. Gerade beim Wandern verzichte ich auch Bewusst auf Musik und Podcast. Ansonsten habe ich aber gene etwas im Ohr. Lustig ist ja, dass ausgerechnet bei Laufveranstaltungen häufig ein (von allen ignoriertes) Verbot von Kopfhörern besteht.

    1. Avatar von Norbert

      Hmm .. es war mir nicht bekannt, dass Kopfhörer bei Laufveranstaltungen verboten sind. Habe das mal eben beim Graz Marathon und dem Vienna City Marathon (ich denk mal die beiden größten Laufveranstaltungen in Österreich) gecheckt und die haben nichts davon in ihren Teilnahmebedingungen.

        1. Avatar von Norbert

          Mhm. Interessant, dass das doch sehr unterschiedlich gehandhabt wird.

  2. Avatar von Frank der Laufende

    Ich habe eine ähnliche Meinung zum Thema Kopfhörer beim Sport. Meistens (ca. 80 – 90 %) laufe ich ohne. Neben den Aspekten Natur genießen und Nachdenklich sein kommt dazu, dass ich als Läufer (und Wanderer) viel zu oft von Radfahrern viel zu nahe überholt (Abstand 10 cm), manchmal geschnitten und fast umgefahren werden. Dort, wo ich laufe, sind gelegentlich Trecker unterwegs. Doch die höre ich, die Radfahrer nur selten, gerade auf Asphaltdecke.

    Wenn ich Kopfhörer trage, nutze ich Open-Ears, deren Lautsprecher außerhalb des Gehörgangs und ohne Abdeckung der Ohrmuschel sind. Damit bekomme ich auch die Umgebung mit.

    1. Avatar von Norbert

      Ja, nachvollziehbar. Man will ja gefährliche Situationen nicht noch extra verschärfen.

  3. Avatar von Angela Carstensen

    Spannend. Ich gehe mit Noise-Cancelling-Kopfhörern und Podcast im Ohr spazieren, weil mich die Autofahrgeräusche, die streckenweise nicht vermeidbar sind, so nerven. Aber ich habe die Lautstärke so niedrig, dass ich Fahrradklingeln auf jeden Fall mitbekomme. Noise Cancelling heißt ja nicht, dass Außengeräusche zu 100% weg sind.

    Wenn es so läuft, dass da jemand komplett abgelenkt ist und sich dauernd erschrecken muss, ist es natürlich nicht so prima für alle Beteiligten.

    Und den Punkt der Reizreduzierung kann ich auch nachvollziehen. Wenn ich nur in der Natur unterwegs bin, also nur das Rauschen der Bäume oder das Piepen derVögel um mich herum ist, gehe ich auch gerne ohne Kopfhörer.

    1. Avatar von Norbert

      Wenn du dich dabei erholen kannst und es dir gut tut, dann ist das doch wunderbar 😀

  4. Avatar von Patrick Jobst

    Ich gestehe, dass ich auf Sport verzichte, wenn ich den Kopfhörer aufhabe.

    1. Avatar von Rainer Bielefeld
      Rainer Bielefeld

      Schön gesagt 😉

  5. Avatar von Erik

    Bei mir ist es auch so, dass ich beim Laufen fast nie Kopfhörer trage. Ich habe beim Laufen und auch beim Radfahren oft gute Ideen. Ich bezweifele, dass ich die hätte, wenn ich durch das Hören von Podcasts abgelenkt wäre.

    1. Avatar von Norbert

      Ich hatte ja zwischendurch mal eine Phase, un der ich beim Laufen Podcast hörte. Großartige Ideen sind mir da keine gekommen und irgendwann war ich auch beim Podcast raus.

  6. Avatar von Christiane

    Beim Radfahren höre ich meistens auch keine Musik. Beim Laufen schon eher, um mein eigenes Schnaufen nicht zu hören xD

    1. Avatar von Norbert

      Die beste Antwort bisher 😀

  7. Avatar von Tommi

    Beim Radfahren oder Spazierengehen draußen sind Kopfhörer für mich ein NoGo. Es würde mich stören, meine Umgebung nicht mehr zu hören und besonders beim Radfahren halte ich das auch für gefährlich.

    Anders im Fitness-Studio. Da möchte ich auf meine Pods nicht verzichten. Dan höre ich gerne Musik oder einen guten Podcast, dann geht auch die Zeit (gefühlt) schneller rum.

  8. Avatar von Herr Tommi

    Wieder ist eine Woche rum, Zeit für den Rückblick. KW32/2025 Der Sommer ist zurück, daher auch ein paar Radtouren gefahren. Abnehmen stagniert *seufz* Psyche diese Woche: Geht so. Psychotherapie gehabt, war dringend notwendig. Reha beantragt, mal schauen wie lange das dauert. Neues Ladegerät für die Dampf-Akkus musste her – am alten waren zwei Slots defekt. Die 2.000 Kilometer mit dem Rad in diesem Jahr erreicht. Radschnellwege in den Niederlanden sind keine Ausflugs-Strecken. Bänke sind da sehr rar gesät. Ein großes Update in der Firma war am Freitag Programm. Mal schauen, ob alles klappt oder der Montag eine Katastrophe wird. Mit vier Radtouren immerhin über 150 Kilometer geschafft, dem Wetter sei gedankt. Gelesen Silent Sun von Brandon Q. Morris Der Untergang des Universums: Die komplette Trilogie von Brandon Q. Morris Lesenswertes aus dem RSS-Reader: Warum ich beim Sport auf Kopfhörer verzichte Zum Weltkatzentag: Die Katzen meines Lebens Meinungsfreiheit am Beckenrand – und im Fediverse? In aller Kürze: Vom Hass auf Woke Bilder der Woche

  9. Avatar von Thomas Gigold

    Für mich kommt es drauf an – ich gehe oft ranfahren um den Kopf frei zu bekommen; verbringe ebenso viel Zeit vorm Rechner und dann raus auf die Straße oder in die Natur ist Erholung für Hirn und Ohren.

    Dann aber gibt es auch lange Radreisen – wenn ich einen ganzen Tag unterwegs bin, dann brauch ich irgendwann was gegen die Langweile, weil irgendwann alle Gedanken leer gedacht sind.
    Oder auf Runden, auf denen ich mich einfach auspowern will – da braucht es ordentlich Dampf auf die Ohren.

    Ich würde aber nie mit Noise Canceling oder komplett versperrenden Kopfhörern aufs Rad steigen. Früher hatte ich einfach Kabelkopfhörer und hatte nur ein Knopf rechts im Ohr & das linke Ohr frei.
    Heute nutze ich Knochenschall-Kopfhörer. Der Vorteil: Beide Ohren sind frei, man hört alles und die Musik kommt einfach „von außen“ an die Ohren – war ein absoluter Game-Changer.

    Podcasts höre ich tatsächlich nur beim Spaziergang mit dem Hund – beim Sport konzentriere ich mich auf meinen Körper oder die Umgebung, ich schreie dann zwar ggf. einen Song mit, aber einem Podcast kann ich da einfach nicht folgen 😅

    1. Avatar von Norbert

      Zum Vertreiben der Langeweile kann ich mir das schon gut vorstellen. Es macht natürlich einen großen Unterschied, ob man nun eine Stunde laufen geht, oder den ganzen Tag mit dem Rad unterwegs ist. Knochenschall-Kopfhörer scheinen mir da ja auch durchaus ein brauchbares Mittel zu sein.

  10. Avatar von Herr Tommi

    Norbert hat letztens geschrieben, warum er beim Sport auf Kopfhörer verzichtet. Jo, das sehe ich draußen in der Natur auch so. Beim Radfahren oder Spazierengehen will ich die Welt um mich herum wahrnehmen. Beim Radfahren halte ich es auch für gefährlich, mit Kopfhörern unterwegs zu sein. Zumindest hier im Straßenverkehr der Großstadt. Und abseits der Straßen genieße ich einfach die Ruhe bzw. die Geräusche der Natur. Einfach mal nichts hören, ist für mich Erholung. Anders sieht es aber im Fitnessstudio aus. Die Geräuschkulisse dort animiert nicht unbedingt zum Entspannen. Geräusche von Geräten, das Schnaufen vom Nachbarn auf dem Ergometer, welches sogar mein Schnaufen übertönt. Neee, das ist nicht schön. Da greife ich gerne zu den AirPods und genieße dann beim Sport schöne Musik oder einen interessanten Podcast. Dabei geht dann auch die Zeit (gefühlt) schneller rum. Denn mal ehrlich: 30 Minuten auf einem Ergometer können schon sehr langweilig sein.

  11. […] Hier wäre natürlich Musik als Beat-Geber sehr hilfreich, aber es geht auch ohne Kopfhörer. […]

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