Wie sich der Geschmack im Laufe des Lebens ändert …

Ein Tisch voller Nahrungsmittel, Bücher, Musikinstrumenten und Schallplatten.

Lustig, ich habe dieser Tage über das Thema „Wie sehr ändert sich der eigene Geschmack“ nachgedacht und lese nun bei Thomas über seine Erfahrungen. Nachfolgend meine ganz persönlichen Erkenntnisse zum Thema.

Nahrungsmittel

Gerade als Kind/Jugendlicher gab es schon einiges, das ich überhaupt nicht ausstehen konnte. Allem voran Gurken und Tomaten. Bei Gurken störte mich der Geschmack und wenn in irgendeiner Speise nur 0,02% Gurken enthalten waren, konnte ich davon nichts mehr essen. Heute ist das etwas anders. In der warmen Jahreszeit mag ich sie sogar einigermaßen, vor allem kalt. Sonst dulde ich sie.

Tomaten haben wir in meiner Kindheit gefühlt Tonnen geerntet. Es gab Tomatensuppe, gefüllte Tomaten, Tomatensalat und Dinge, die ich schon verdrängt habe. Aus dieser Übersättigung heraus habe ich dann sicherlich 10 Jahre keine Tomate mehr gegessen. Mittlerweile mag ich sie wieder sehr gerne. Gerade als Caprese – wunderbar.

Spinat und dergleichen hab ich schon immer gemocht.

Was ich in meinen jungen Jahren mochte, mag ich heute meist auch noch. Allerdings gibt es schon ein paar Erinnerungen an besonders Leckeres. Vor allem Süßigkeiten, die mit der Kindheit auf der Strecke blieben und einem erneuten Test mit 35+ Jahren nicht annähernd so lecker waren. Katzenzungen zum Beispiel. In der Kindheit hui, heute eher pfui.

Und da sind wir bei dem Punkt, den auch Thomas festgestellt hat: Der Geschmack verfeinert sich. Das trifft auf Kaffee zu (ich trinke auswärts kaum mehr Kaffee, weil das Niveau von zu Hause nicht erreicht wird), Schokolade und generell alle Lebensmittel.

Bei vielem verzehre ich sehr viel weniger als früher, dafür aber qualitativ hochwertiger.

Allerdings – und das kommt mir bei meinen Fotoausflügen/-reisen etc. zu Gute – bin ich viel offener geworden. Wenn ich früher eher nach dem „Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht“ gehandelt habe, esse ich immer Lokales. Teilweise bestelle ich im Ausland einfach „Bitte eine landesübliche Vor- und Hauptspeise“. Gerade dadurch tut sich schon extrem viel hinsichtlich Geschmack, Vorlieben usw.

Aber der Geschmack hat ja nicht nur mit Lebensmitteln zu tun.

Musik

Musikalisch hat sich mein Geschmack einige Male in meiner Kindheit/Jugend gedreht, wobei er sich mit round about 16/17 auf Heavy Metal und den 20.000 angrenzenden Genres (die auch alle unter Rock/Metal fallen, aber jede Band braucht ihr Alleinstellungsmerkmal) eingeschworen. Aber schon damals habe ich bis auf wenige Ausnahmen (Schlager, Volksmusik) alles gehört, was mir gefallen hat, am Liebsten aber Metal.

Das ist auch heute noch so. Da mein Leben heute anstrengender als damals ist, höre ich stressige Musik (Death Metal á la Dimmu Borgir und Co.) definitiv seltener. Man könnte sagen, meine Musikgewohnheiten sind ruhiger geworden. Die Vielseitigkeit habe ich mir allerdings behalten. Manchmal wundern sich sogar meine Teenies, welche Bands/Musiker:innen ich so kenne – wobei ich besser manche nicht kennen würde.

Bücher

Auch mein Büchergeschmack hat sich nicht sonderlich verändert. Vielmehr ist es so, dass ich Phasen der Genre-Rotation habe. Einige Jahre stehen Krimis/Thriller im Vordergrund, dann wieder Fantasy oder Science Fiction. Das hängt aber auch immer wieder damit zusammen, wo sich gerade etwas tut, oder wenn ich quasi zufällig oder per Tipp wieder einen Teilbereich offenlege und entdecke. Was sich aber durchaus geändert hat: Früher habe ich alles fertig gelesen. Egal ob es gut oder schlecht war. Werde ich heute mit einem Buch nicht warm, fliegt es raus. Da ist mir die Zeit einfach zu schade.

Zusammenfassend kann ich sagen: Beim Essen bin ich wesentlich vielseitiger geworden und offener, denn je, was Unbekanntes betrifft. Bei bekannten Speisen geht es mir um Qualität. Wenn das bedeutet, etwas nur sehr selten genießen zu dürfen, dann ist das für mich ok. Musikgeschmack und Leserichtung haben sich nicht sonderlich verändert, sondern eher verfeinert.

Viel hängt mit der persönlichen Einstellung und dem Grad der Neugierde zusammen. Mit den Jahren bin ich selbst viel offener geworden und das wirkt sich natürlich auch auf diese Bereiche aus – und darüber bin ich sehr froh.

Weitere Geschmäcker

Es gibt ja noch viele weitere Themen, die sich unter „Geschmack“ aufzählen lassen. Mode, oder etwas tiefgreifender, Politik und natürlich Menschen. Dabei meine ich nicht vordergründig das Aussehen der Menschen, sondern den Charakter. Mit welchen Menschen umgibt man sich im Laufe des Lebens. Inwieweit verändert sich diesbezüglich der Geschmack und war sagt das über einen selbst aus? Darüber kann man reichlich sinnieren, aber das ist eine Sache nur für mich und einige ruhige Stunden.

Kommentare

2 Antworten zu „Wie sich der Geschmack im Laufe des Lebens ändert …“

  1. Avatar von Thomas

    Danke für die Erwähnung! Neugier ist ganz bestimmt ein wichtiger Treiber für die Bereitschaft, auch mal was Neues auszuprobieren. Ich wehre mich zum Beispiel mit Händen und Füßen gegen Meeresgetier und verspüre auch kein FOMO, falls ich es nie essen werde. Läge da aber eine unbekannte Schokoladensorte vor mir, wäre das was ganz anderes, die müsste sofort getestet werden…

    1. Avatar von Norbert

      Gerne. Dein Beitrag war ein guter Anstoß, das Thema zu reflektieren. Sehe das mit Meeresgetier und Schoko gleich 🙂

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