Alles ist so schlecht. Die Menschen. Die Medien. Die Politik. Aufreger dominieren Schlagzeilen, sind Stimmungsmacher. Selbst in der Blogosphäre reagieren wir ständig auf Unkenrufe und Untergangsstimmung. Ist das wirklich der bestmögliche Weg?
Wir haben Probleme!
Ja. Es ist so. Wir haben Probleme. Nicht wenige. Das müssen wir uns eingestehen.
Und diese Probleme sind hausgemacht. Vielleicht nicht (nur) durch das Verhalten einzelner, aber durch die Menschheit insgesamt.
Kann eine einzelne Person alle Probleme lösen? Nein.
Können wir etwas verbessern? Ja, in kleinem, überschaubaren Rahmen.
Problem: Populismus
Wir leben in einer Zeit, in der es hauptsächlich um Aufmerksamkeit geht. Es ist auch einfach, Aufmerksamkeit zu generieren. Zumindest kurzfristig. Populismus ist ein funktionierendes Mittel. Ich, der Kleine, kämpfe gegen die Elite. Ich der Gute, die anderen, die Bösen. Alle Mittel sind hier recht.
Im Endeffekt steht aber Negativität im Vordergrund. Es gibt keine Lösungen, keine Lösungsvorschläge. Es wird alles kaputt geredet und sämtliche Bestrebungen zur Verbesserungen werden boykottiert.
Lösungsansatz: Positivität
Vielleicht ist es dir auch schon passiert. Du sitzt in einer Runde von Freunden und Bekannten. Es werden politische Themen, Klimawandel und Co. angesprochen. Innerhalb weniger Minuten geht die Stimmung rapide nach unten. Teilweise bis hin zu kurzen Pausen.
Aber muss das sein?
Es gibt Probleme, die werden wir als Einzelpersonen, oder als kleine Gruppe nicht lösen können. Für die großen Themen braucht es einen weitreichenden Zusammenschluss.
Ergo können wir in kleinem Rahmen für Veränderung sorgen, aber nicht mehr.
Wenig zielführend ist hierbei, sich gegenseitig das Leben schwer zu machen und Mitmenschen für Entscheidungen zu bestrafen, die weltweit so gut wie keine Auswirkungen haben.
Viel zielführender wäre ein regelmäßiges Hervorheben von positiven Veränderungen. Es gibt sie zahlreich, man müsste sie nur verbreiten.
Positive Stimmung schafft Aufbruchsstimmung
Ich kenne es aus zahlreichen Softwareprojekten: Ist die Stimmung gut und positiv, gibt es keine unüberbrückbaren Probleme. Für alles gibt es eine Lösung.
Ich kenne aber auch Projekte, in denen DIESER EINE Querulant alle so dermaßen negativ beeinflusst hat, dass Lösungen erst in Sichtweite waren, nachdem diese Person aus diesem Projekt abgezogen wurde.
Es geht letzten Endes darum, worauf der Fokus gelegt werden soll. Möchten wir herumjammern, uns selbst bemitleiden, um Zuspruch von anderen zu bekommen? Oder wollen wir eine Wende herbeiführen und die Situation für alle Menschen – für wirklich alle Menschen – verbessern?
Lautet die Antwort hierauf JA, dann müssen wir der Positivität mehr Beachtung schenken. Pöbler, Nörgler und Querulanten müssen ignoriert werden. Tritte in eigene Reihen müssen aufhören. Nur weil jemand eine marginal unterschiedliche Meinung hat, ist diese Person nicht sofort böse und auf der falschen Seite.
Aber das ist doch naiv!
Scheiße, nein!
Naiv ist es, in den Chor der Negativisten einzustimmen und alles permanent schlecht zu reden. Den Nachbarn, der sich an seinem BMW M6 erfreut. Die befreundete Familie, die jedes Jahr übers Meer fliegt. Der Chef, der nur seine Segelyacht im Kopf hat. Und die Kollegin, die sich einen Verbrenner, statt ein E-Auto gekauft hat.
Es braucht einfach wieder mehr Verständnis und Akzeptanz. Indem man anderen potentielle Verfehlungen vorwirft, verliert man lediglich eine Gesprächsbasis, gewinnt aber kaum etwas.
Dieser eine Porsche vom Vorstand ist nicht unser Problem.
Unser Problem ist großflächiges Versagen von Politik und der maßlos überufernde Kapitalismus. Hier gilt es anzusetzen. Das funktioniert aber nicht, wenn man den Nachbarn für dein Bau eines Swimmingpools verurteilt.
Lösung?
Nein. Ich habe keine Lösung.
Die Lösung kann aber auch nicht sein, den Mitmenschen auf die Nerven zu gehen. Das treibt sie maximal in eine extreme Ecke, in der man sie eigentlich nicht haben möchte.
Und nein. Das bedeutet nicht, alles zu schlucken, was andere von sich geben. Man kann und muss eine klare Kante zeigen. Irrelevantes muss aber nicht extra hervorgeben werden. Irrelevantes muss nicht unnötig Bedeutung bekommen.
Wir sollten dieses Rumgepöble, Gejammere und sinnlose Rumgeplärre viel öfter ignorieren. Lassen wir es doch verhallen und reagieren nicht mehr so stark darauf. Konzentrieren wir uns doch auf Positives und verkünden das viel intensiver.
Ja?


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