WTF: Eigene Domain, aber Gmail-Adresse

Ein gelber Postkasten am Rande eines Gehweges

Im Zuge der Arbeit an GreatBlogs habe ich extrem viel mit Blogs zu tun, lerne viele neue kennen und hab natürlich dadurch auch Kontakt zu Blogger*innen. Ganz viele besitzen eine eigene Domain – und verwenden dann eine Gmail-Mail-Adresse. Wieso macht ihr das?

Ich habe einige Domains und hoste die bei Hosting-Anbietern – wie man das in der Regel so macht. Dabei bietet jedes dieser Angeboten auch Mailboxen an. Ohne, dass mein Hosting-Paket mehr kostet.

Warum also sollte man dennoch eine Gmail-Adresse verwenden? (Und dabei steht Gmail auch für Outlook, GMX, Yahoo und Co.)

Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Damit Google bei allen deinen Mails mitlesen und sie auswerten kann? Möglicherweise willst du das.

Möglicherweise möchtest du auch von deinen Mails abgeschnitten werden, sollte Google irgendwann einmal deinen Account sperren. Könnte auch sein, weil halt mal ein Foto als Anhang enthalten ist, das Google als grenzwertig einstuft, oder irgendein Text, was weiß ich.

Letztlich könnte es aber auch sein, dass du nicht weißt, wie du deine Mails von einem Gmail-Konto auf eine neue E-Mail-Adresse transferierst? Wenn das der Grund ist, dann melde ich dich bei mir. Es ist ganz einfach.

Mein Rat an dieser Stelle: Nutze die Mailboxen, die du bei deinem Hosting-Paket dabei hast und schaffe dir somit ein wenig Freiheit und Unabhängigkeit von den großen Datenkraken.

Davon abgesehen wirkt das wesentlich professioneller, wenn deine Mailadresse nicht bei so einem Massenmailprovider liegt.

Update 18.06.2025: Es gibt das Argument, dass ein Auflassen der Domain und damit der Mailbox ein Problem mit sich bringen kann, indem ein späterer Eigentümer der Domain bei gleicher Mail-Adresse Mails für dich erhalten würde.

Ich sag es mal so: In der Regel bleiben Domains länger, wenn nicht für immer. Zumindest besorgt man sich eine Domain, die wirklich für immer bleibt und mit der dann sämtliche Mails abgefackelt werden. Das sind ganz wenige Euro im Jahr und man hat die Kontrolle über seine Mails. Und wenn man selbst das nicht möchte, dann sollte man sich zumindest einen Anbieter überlegen, der keine datenschutzrechtlichen Bedenken auslöst.

Kommentare

26 Antworten zu „WTF: Eigene Domain, aber Gmail-Adresse“

  1. Avatar von mthie
    mthie

    Ähnliches fällt mir immer wieder auf den Aufdrucken bei LKWs auf. Da wird auf die Website verwiesen und dann haben sie eine t-online- oder GMX/Web.de-Mailadresse.

    Irgendwas ist dort doch digital schiefgelaufen.

    1. Avatar von Norbert

      Da geb ich dir voll recht.
      Alleine schon die Professionalität gebietet mir, dass ich mit meiner Domain auch eine Mail-Adresse anbiete.

  2. Avatar von Norbert

    Genau.

    Vermutlich war die Gmail-Adresse schon vorher da (und bekannt), aber da muss man sich doch unabhängig machen, oder?

    1. Avatar von Hendrik

      Manchmal sind die Adressen auch noch so extrem peinlich, wie kalle74@yahoo.com. Sehr vertrauenerweckend.

  3. Avatar von Norbert

    Ich sehe nicht bei jedem Blog nach, wo sie gehostet werden. Das kann also schon durchaus zutreffen. Die, die ich gecheckt hab, waren bei keinem Google-Dienst.

    Ist aber auch grundsätzlich egal, denn auch, wenn ich zur Anmeldung eine Gmail-Adresse brauche, obliegt es mir, welche Mail-Adresse ich ins Impressum schreibe.

  4. Avatar von Lorenzo

    Ja, das mit der Gmail-Adresse frage ich mich auch oft. Warum wird keine Mailadresse über die eigene Domain genutzt, wenn sie schon zur Verfügung steht?

    1. Avatar von Norbert

      Genau.
      Zumal in der Regel nichtmal Zusatzkosten anfallen.

  5. Avatar von southpark

    Naja, bei meinem Blog ist mir professionelles Auftreten ehrlich gesagt komplett Wumpe. Professionell werde ich wenn es um Geld geht. Ich hab zwar keine Gmail-Adresse bin aber auch jenseits der eigenen Domain unterwegs – schlicht und einfach aus Bequemlichkeit. Ich hab sowohl zwei eigene-Domain-Mailadressen als auch zwei bei Fremdanbiezern. Die Mail-Weboberfläche beim E-Mail-Anbieter ist deutlich besser als die beim Hoster.

    1. Avatar von Norbert

      Ok, ich nutze nur Mailclients am Handy bzw. am PC. Eine Weboberfläche ist mir egal.

      Professionalität hin oder her, viel wichtiger ist mir, dass mir nicht ein Konzern plötzlich meine Mails abdreht.

      1. Avatar von Benni
        Benni

        Ich habe fast zwei Jahrzehnte eine eigene Domain vom Anbieter verwendet. Da hatte ich eigentlich immer auch ein Spam-Problem.

        Außerdem fand ich die Weboberfläche einfach nur grausam. 🙁 Und ich nutze fast ausschließlich Weboberflächen.

        Und dann war für mich der Schritt zu einer entsprechenden Gmail-Adresse halt einfach und schnell gemacht.

        Ich kann deine Punkte verstehen, aber die Einfachheit spricht halt bei mir gerade einfach dafür.

        1. Avatar von Norbert

          Bequemlichkeit ist genau das, worauf große Tech-Buden spekulieren, um Menschen in ihrem Ökosystem festzunageln.

          Das wird speziell dann zu einem Problem, wenn sich dort zuviel an Daten konzentriert: Siehe auch mein Beitrag https://norberteder.com/und-ploetzlich-sind-die-daten-weg/

  6. Avatar von Ulrike

    OK, bei mir liegt es daran, dass ich dafür zu blöd bin.

    1. Avatar von Norbert

      Na, das kann ich mir nicht vorstellen.

      1. Avatar von Ulrike

        Na, dann nehme ich dein Hilfsangebot dich gerne an

        1. Avatar von Norbert

          Gerne, hab dich per Mail kontaktiert.

  7. Avatar von Christoph Schmees

    @freuwesen

    "direkt bei Blogger, also bei Google" – dann ist DAS der eigentliche Fehler, und die eklige gmail Adresse nur Kollateralschaden.

    Könnte aber auch sein, dass für beides einer oder mehrere dieser Faktoren verantwortlich ist:

    – Bequemlichkeit
    – Unwissenheit
    – Ignoranz

    @hello

    #UnplugTrump #UnplugGoogle

  8. Avatar von Jan Montag

    Ich habe erst kürzlich den Status Quo von Firefox beschrieben (aber auch die generelle Browser-Vielfalt kritisch beleuchtet) und kein günstiges Fazi gezogen, einfach weil die…

  9. Avatar von Jan Montag 🌙

    Ich habe erst kürzlich den Status Quo von Firefox beschrieben (aber auch die generelle Browser-Vielfalt kritisch beleuchtet) und kein günstiges Fazi gezogen, einfach weil die…

  10. Avatar von Karo

    Also zwischen Google und GMX sollen keine Unterschiede bestehen? Das habe ich bislang anders gesehen, oder soll ich sagen vermutet?

    1. Avatar von Norbert

      Mit Verlaub, GMX ist der gleiche Mist wie Gmail.

      1. Avatar von Karo

        Geht es ein bisschen differenzierter? Immerhin gehört GMX zu einem deutschen Konzern, das ist doch für #UnplugTrump eine gute Grundlage.
        Welchen Mist genau wirfst du ihnen also vor?

        1. Avatar von Norbert

          Natürlich geht es differenzierter (GMX, auch Web.de mitdenken, gleicher Konzern)

          – 2000: Negativ Preis Big Brother Award gewonnen
          – 2011: Erschwerung Wechsel von Pro auf Free
          – 2012: Daten bei Hackerangriff rausgetragen
          – 2012: Abmahnung Verbraucherzentrale Bundesverband DE gegen GMX
          – 2014: Kampagne gegen Werbeblocker um Nutzer zu täuschen

          Und dann:
          2017 – Verbraucherschützer warnen vor GMX und Web.de – Mit einem Klick drei Verträge abgeschlossen (https://www.focus.de/digital/internet/nutzer-beschweren-sich-verbraucherschuetzer-warnen-vor-gmx-und-web-de_id_7940035.html)

          Nachzulesen auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/GMX

          – Nutzertracking um interessensbezogene Werbung zu ermöglichen (siehe Datenschutzerklärung)
          – Teilen der Mail-Adressen für Spendenaktionen usw.

          Quelle: Datenschutzrichtlinie GMX https://agb-server.gmx.net/datenschutz

          Tut mir leid, aber einem Unternehmen, das sich so Konsumenten-feindlich benimmt, würde ich meine Mails nicht anvertrauen.

          #UnplugTrump ist begrüßenswert, aber dabei ist schon auch auf einen vertrauenswürdigen Anbieter Wert zu legen.

  11. Avatar von ClaudiaBerlin

    Ich habe eigene Domain-Mailadressen, seit diese existieren. Allerdings nutze ich auch andere, sowohl von web.de und gmx, sowie gmail (die ich weiterleite) – aus Gründen:

    Für mehrere Blogs habe ich mehrere X-Accounts, jeder benötigt eine extra Mailadresse. (Bin ich grade am abbauen).
    Auch bei vielen anderen Accounts bei Plattformen, die die Adresse vermutlich an andere weitergeben, nutze ich diese Fremd-Mailaccounts. Einer davon, den ich ins eigene Mailprog leite, ist dermaßen verspamt, täglich hunderte SPAM-Mails. Das möchte ich nicht in meinem Hauptpostfach sehen! (Leider hab ich mittlerweile auch dort erhebliches SPAM-Aufkommen, muss wohl mal wieder eine neue Adresse anlegen).

  12. Avatar von Herr Tommi

    Hui, mal wieder eine interessante Diskussion in der Blog-Szene. Es geht darum, ob man Mailaccounts bei GMail oder anderen Anbietern nutzt oder doch lieber über eine Mailadresse der eigenen Domain erreichbar ist. Horst nutzt lieber GMail, andere wie Piehnat, Boris und Herr Montags nutzen lieber eigene Domain-Adressen. Angefangen hatte das Thema der Norbert, glaube ich. Und genau diesem Reigen schließe ich mich an. Hier mein Ketchup Senf zu dem Thema. Horst hat die Bedenken geäußert, dass eine Mailadresse zur eigenen Domain zu einem Problem werden kann, wenn man ein Webprojekt aufgibt und die Adresse dann frei verfügbar ist. Dem kann ich sogar folgen und genau deshalb habe ich seit über 20 Jahren eine Domain registriert, wo keine eigene Seite, kein Blog, überhaupt nichts auf der Domain läuft. Sollte die Adresse mal wer in den Browser eingeben, landet er per Weiterleitung hier auf der Seite. Am Ende existieren nur 2 Mail-Adressen auf dieser Domain. Die von Melli und meine Adresse. Diese nutzen wir ausschließlich als private Adressen, mit denen wir uns auch bei verschiedenen Diensten und Anbietern registrieren. Für die Webprojekte, wie diesen Blog hier, habe ich dann natürlich noch eine kontakt-Mailadresse. Diese wird aber für keinerlei Anmeldungen abseits des jeweiligen Projektes genutzt. Sollte ich so eine Domain mal kündigen/aufgeben, passiert also nichts schlimmes. Allerdings finde ich es im privaten Umfeld überhaupt nicht schlimm, wenn dort GMail-, GMX- oder was weiß ich für Adressen genutzt werden. Das muss ja jeder selbst wissen, ist ok. Wo ich das immer ein wenig befremdlich finde, wenn das im geschäftlichen Umfeld passiert. Besonders Firmen, die eine Webseite haben und dann nur per GMail erreichar sind, das hat für mich einen leicht unserösen Touch. Ok, vermutlich tue ich denen Unrecht, die wissen es einfach nicht besser.

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